Programm 1. Einleitung

Hintergrund

Das luxemburgische Ministerium für Chancengleichheit (Ministère de l’Égalité des Chances) förderte in der Zeit vom 1. November 2017 bis zum 31. Juli 2018 das Programm „Männer an der ausserschoulescher Kannerbetreiung - Les hommes dans l’éducation non formelle des enfants - Männer in der non-formalen Bildung von Kindern in Luxemburg“, mit dem vorrangigen Ziel relevante Akteure aus Politik und Praxis für dieses Thema zu sensibilisieren und damit den Weg zu ebnen, für eine mittel- bis längerfristige Erhöhung des Anteils männlicher Fachkräfte in der außerschulischen Kinderbetreuung(1).

Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Männer in der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern“ hat in Luxemburg nicht erst mit dem Programm „Männer an der ausserschoulescher Kannerbetreiung“ begonnen. Bereits in den 1990er Jahren veröffentlichte das Ministerium für Chancengleichheit eine Publikation mit dem Titel „Partageons l'égalité - Gläichheet delen - Gleichheit teilen. Geschlechtssensible Pädagogik in Kindergarten & Vorschule: Konzepte & Erfahrungen - Herausforderungen & Perspektiven (1995-1998).“


Konferenz « Männer an der Kannerbetreiung » - November 2014 -

Im November 2014 organisierte die Stadt Luxemburg in Zusammenarbeit mit infoMann - actTogether asbl anlässlich des Internationalen Männertags eine Konferenz, die sich mit der Thematik „Männer an der Kannerbetreiung“ beschäftigte. Als Referent wurde Prof. Dr. Tim Rohrmann, der mittlerweile an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim lehrt, nach Luxemburg eingeladen. In seinem Vortrag sowie in seinem Workshop stellte er Ansätze und Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils männlicher Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen vor, wie sie beispielsweise im deutschen Modellprogramm „Mehr Männer in Kitas“(2) bereits erfolgreich erprobt wurden.

Die Präsentation von Prof. Dr. Tim Rohrmann ist hier abrufbar ->


Konferenz « Who cares? Who shares? – Caring Masculinities » - Oktober 2016 -

Zwei Jahre später, am 17./18. Oktober 2016, richtete das luxemburgische Ministerium für Chancengleichheit die III. Internationale Männerkonferenz (ICMEO - International Conference on Men and Equal Opportunities) zum Thema “Who cares? Who shares? - Caring Masculinities” an der Universität Luxemburg in Esch/Belval aus. Im Rahmen der Konferenz fand auch ein Workshop mit dem Titel „Männer in CARE-Berufen“ (Men and Care Jobs) statt, den Prof. Dr. Stephan Höyng von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin mit einem Vortrag über die Geschlechterverhältnisse in Care-Berufen und Kindertagesstätten in verschiedenen europäischen Ländern eröffnete.

Im Anschluss erfolgten engagierte Diskussionen der Teilnehmer/-innen entlang der Fragestellungen: „Was spricht überhaupt für mehr Männer in der frühkindlichen Erziehung und Bildung? – Was hindert Männer daran, sich für Care-Berufe zu entscheiden? – Was müsste sich verändern, um diese „Barrieren“ abzubauen und mehr Männer für Care-Berufe zu gewinnen?“.

Die Dokumentation der Konferenz ist hier abrufbar ->

Zielsetzungen

In Folge der III. Internationalen Männerkonferenz initiierte das Ministerium für Chancengleichheit dann im November 2017 das Programm „Männer an der ausserschoulescher Kannerbetreiung - Les hommes dans l’éducation non formelle des enfants - Männer in der non-formalen Bildung von Kindern in Luxemburg“ und beauftragte das Institut für Gender und Diversity in der sozialen Praxisforschung (IGD) der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin und infoMann - actTogether asbl mit der fachlichen Begleitung und Umsetzung des Programms.

Zusammengefasst verfolgte das Ministerium für Chancengleichheit vier zentrale Ziele:

  • Die Generierung einer empirischen Wissensbasis zur Situation von männlichen (und weiblichen) Fachkräften im Arbeitsfeld der non-formalen Bildung von Kindern;
  • die Sensibilisierung relevanter Akteure aus Politik und Praxis für das Thema „Männer an der ausserschoulescher Kannerbetreiung“;
  • die Erweiterung traditioneller Geschlechterbilder;
  • die mittel- bis längerfristige Erhöhung des Anteils männlicher Fachkräfte in der außerschulischen Kinderbetreuung.

Die wesentlichen Maßnahmen, die im Rahmen des Programms umgesetzt wurden, waren:

  • Die Einrichtung einer Arbeitsgruppe „Männer an der ausserschoulescher Kannerbetreiung“;
  • eine Fragebogenerhebung unter Einrichtungen der non-formalen Bildung;
  • die Durchführung einer Konferenz.

Die folgende Dokumentation gibt einen Einblick in die wesentlichen Programminhalte und -ergebnisse.


(1) Der Titel des Programms verweist bereits auf die Vielfalt bzw. Unübersichtlichkeit, der in Luxemburg gebrauchten Bezeichnungen. So existieren - sprachenabhängig - unterschiedliche Akzentuierungen und damit Verständnisse der Begriffe Betreuung, Erziehung und Bildung. Neben der offiziellen Unterscheidung zwischen „formaler“ (schulische Einrichtungen) und „non-formaler“ Bildung (außerschulische Einrichtungen) existiert die noch relativ junge Bezeichnung „SEA“ (Services d’éducation et d’accueil). Auch in dieser Dokumentation werden unterschiedliche Begriffe benutzt, die aber immer folgendes meinen: Die professionelle pädagogische Arbeit mit Kindern in Crèche, Maison Relais oder Foyer Scolaire.

(2)Kita ist in Deutschland eine geläufige Abkürzung für Kindertageseinrichtung